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04.07.2007
Energiepolitik wie die Neandertaler, oder "3. industrielle Revolution“?

Einen Tag vor dem Energiegipfel im Bundeskanzleramt hatte der frühere Bundesumweltminister Trittin markantere politische Vorgaben gefordert. Die Wirtschaft muss nach Ansicht Trittins im Zuge einer „dritten industriellen Revolution durchgehend energie-, ressourcen- und materialeffizienter“ werden. Nur wenn diese Entwicklungen entschieden vorangetrieben würden, könnte auch das globale Wachstum nachhaltig gesichert werden.

Gegenüber Serbske Noviny erklärte Trittin, dass auch vor den Toren der Bundeshauptstadt, in der Lausitz, auf regenerative Energietechnologien anstatt weiter auf Braunkohle zu setzen ist. „Die weitere Zerstörung sorbischer Dörfer ist sowohl klimapolitisch als auch mit Blick auf die Europäische Sprachenpolitik ein Anachronismus“, so der außenpolitische Sprecher und Vizefraktionsvorsitzender von Bündnis90/Die Grünen.

Die Bundesregierung hat gestern mit Vertretern der Industrie die Weichen in der Energie- und Klimapolitik bis zum Jahre 2020 stellt. Nach der Sommerpause sollen Wirtschaftsministerium und Umweltministerium hierzu konkrete Eckpunkte vorlegen.

"Mit diesem Programm greifen wir die zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts, den Klimawandel, auf und bieten zugleich eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive für die Erzeuger und Verbraucher von Energie in Deutschland.", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Gipfel. Vorgesehen sind mehr Energieeffizienz, der Ausbau erneuerbarer Energien und Energietechnologien wie sogenannte "Clean Coal“ (Kohlendioxid-arme Kohleverstromung).

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff sagte in einem Phönix Interview: „Wir brauchen einen vernünftigen Energie-Mix, der nicht an Ideologie, sondern am Stand der Technik, an Umweltverträglichkeit und am Preis ausgerichtet ist. Sonst werden sich unsere Nachfahren über unsere Energiepolitik mehr wundern als wir uns über die Neandertaler. Natürliche Resourcen wie Kohle sind viel zu kostbar, um sie einfach zu verbrennen.“

Der Klimaberater der Kanzlerin, Prof. Schellnhuber, erklärte vor dem Gipfel, dass die „Clean Coal“ Technologie noch für 10-15 Jahre im Versuchsstadium sei und teurer als andere Energieformen sein wird, wenn sie in Deutschland funktionieren sollte.
Quelle:Halo Energy
Autor:Ralph Kappler
E-Mail:rkappler@halo-energy.com
Link:www.halo-energy.com
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