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Frankreich : Windenergie im Aufschwung
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Obwohl Frankreichs Windpotential nach dem Großbritanniens das zweitbeste in Europa ist, befindet sich das Land erst am Anfang seiner Entwicklung zu einem Standort für die Windenergiebranche. Diese Entwicklung scheint nun deutlicher an Fahrt zu gewinnen.
Mit der Unterzeichung des Kyoto-Protokolls hat sich Frankreich verpflichtet, seine CO2 Emissionen zwischen 2008 und 2012 auf dem Stand von 1990 zu halten. Auslöser der Veränderungen im Energiesektor sind jedoch in erster Linie die EU-Richtlinien zum Elektrizitätsbinnenmarkt und zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Mit dem Gesetz zur Liberalisierung des Strommarktes vom 10.02.2000 wurde das Monopol von EDF und GDF aufgehoben und ein begrenzter Wettbewerb eingeführt. Durch ergänzende rechtliche Bestimmungen wurde der Rahmen für den Ausbau der erneuerbaren Energien gesetzt. Deren Anteil an der Stromerzeugung in Frankreich soll von 15% (1997) auf 21% im Jahre 2010 erhöht werden. Der weitaus größte Anteil der 15 Prozent basiert auf Stromerzeugung aus großen Wasserkraftwerken, deren Möglichkeiten aber erschöpft sind.
Bis Ende des Jahres 2002 waren Windkraftanlagen mit einer Kapazität von 148 MW installiert. Weitere 44,7 MW sind im ersten Halbjahr 2003 hinzugekommen. Um die eigenen und die europäischen Vorgaben von 21% bis zum Jahre 2010 zu erfüllen, kommt eigentlich nur der Ausbau der Windenergie in Frage, da die übrigen erneuerbaren Energien noch nicht ausgereift bzw. wettbewerbsfähig sind. Dazu müssten WKA zur Erzeugung von mehr als 7000 MW installiert werden.
Der französische Energiemarkt ist durch die starke Stellung des Staates, das Monopol des Energieversorgers EDF und einen hohen Anteil an Atomstrom gekennzeichnet. Diese Struktur ist in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fest verankert. Alle wesentlichen Entscheidungen gehen vom französischen Staat aus, von dem es auch abhängt, ob und wie dynamisch die Entwicklung zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft verläuft.
An einem offensichtlichen Wendepunkt ihrer Energiepolitik hat die Regierung die "Débat national sur les énergies" initiiert und die Frage nach der zukünftigen Struktur der französischen Energiewirtschaft aus der staatlichen Obhut, der Sphäre des "service public", entlassen und ins Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt. Eine Vielzahl an Institutionen und Verbänden aus dem Wind- und erneuerbaren Energiebereich mit ihren Informationsquellen und Kommunikationsnetzen haben sich daran beteiligt und in den Augen der Öffentlichkeit an Profil gewonnen. Umfrageergebnisse zeigen, dass die Akzeptanz der Windenergie in Frankreich gut ist, immerhin sprechen sich über 80 % der Menschen für den Einsatz der erneuerbaren Energien aus. Und je mehr sie mit Wind- und anderen erneuerbaren Energien in Berührung kommt, desto größer wird die Akzeptanz in der Bevölkerung.
Die Ergebnisse der Debatte werden in das neue Orientierungsgesetz über die zukünftige Energiepolitik im Herbst einfließen, für das die Industrieministerin Nicole Fontaine das Stichwort Diversifikation ausgegeben hat. Die Energieerzeugung aus Atomkraftwerken wird nicht mehr die einzige Lösung sein; Windenergie und erneuerbare Energien sind aus dem zukünftigen Energiemix nicht mehr wegzudenken.
Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahre 2007 zwischen 2000 und 6000 MW an WKA zu installieren. Bisher beschränkt sich der Bau von WKA noch auf wenige Regionen, vorwiegend auf die windreichen Gebiete von Languedoc-Roussillon, Midi-Pyrenées, in zweiter Linie auf die Küste Nordfrankreichs. Die Einspeisevergütung von 8,38 ct/kWh in den ersten fünf Jahren nimmt danach mit geringerer Förderung für Standorte mit starkem und höherer Förderung für Standorte mit weniger starkem Windpotential ab. Diese Regelungen geben Planungssicherheit. Sie tragen auch zu einer gleichmäßigeren Verteilung von WKA im Land bei, denn weniger günstige Standorte können gleichwohl über eine bessere Netzanbindung verfügen. Angesichts des Rückstands gegenüber den Zielvorgaben kommt großen Windparks eine bedeutsame Rolle zu. Für Windparks über 12 MW gelten die vorgenannten Regelungen nicht. Ab dieser Größenordnung werden Projekte voraussichtlich ausgeschrieben, insbesondere wenn die Regierung Gefahr läuft, ihre Wachstumsziele zu verfehlen.
Eine begrenzte Anzahl von Herstellern hat bisher den Markt unter sich aufgeteilt. Die Firma Nordex ist Marktführer. Die bisherigen Ergebnisse für 2003 zeigen, dass der Markt zunehmend in Bewegung gerät. Planer und Entwickler lernen außerdem besser, mit den Eigenheiten der französischen Planungsgesetzgebung umzugehen. So können bei den öffentlichen Anhörungen, die vor der Errichtung von Anlagen über 25m Höhe gesetzlich vorgeschrieben sind, auch eventuelle Widerstände vor Ort ausgeräumt werden.
Das Wind- und flächenmäßige Potential sowie die Größe des Marktes und seines Nachholbedarfs bieten Möglichkeiten für eine Vielzahl von Herstellern und Zulieferern. Auch in Frankreich selbst sieht man die Möglichkeit zu einer Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern, um den technologischen Rückstand aufzuholen. Entscheidend für den Erfolg ist die richtige Wahl des Markteintritts.
Invest in France Agency ist eine Außenstelle der französischen Regierung, mit dem Auftrag deutsche bzw. internationale Unternehmen bei deren Investitionsvorhaben (Niederlassung, Produktionsstandort, Partnerschaft, JV...) in Frankreich honorarfrei, unverbindlich und vertraulich zu beraten, und zu begleiten z.B. bei der Suche eines Produktionsstandortes.
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Bei der Invest in France Agency ist Ihr Ansprechpartner im Bereich Energie-Umwelt: Herr Thomas Bohn.
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